Archive for Januar, 2010

Kaum ein anderes Segment hebt derzeit so ab wie die Social Games. Facebook sei Dank-Farmville, Mafia Wars und all die anderen Casual Games-Phänomene schicken sich an, eine große Anzahl bislang nicht besonders Games interessierter Leute für das Online-Spielen zu begeistern.

Was macht diese Spiele erfolgreich? Welche Zutaten braucht der nächste Facebook-Hit?

Die Erfolgsformel heißt: VICTORY

V=Viral Element

I=International Appeal

C=Competitive Element

T=Task Orientation

O=Originality

R=Regular Habit forming

Y=Youth Appeal

Mehr zu dieser Erfolgsformel gibt es hier.

Der Odem.blog verbreitet derzeit einen Arbeitsentwurf eines neuen Jugendmedienschutzstaatsvertrages (JMStV-E), leider ohne eine Quelle für das Papier anzugeben.

Der bei Internet-Law und Odem bereits heftig diskutierte und kritisierte Entwurf birgt zentrale Neuerungen insbesondere im Hinblick auf den Kreis der Verpflichteten, die Kennzeichnung von Online-Inhalten und die Anerkennung von Jugendschutzprogrammen.

§ 3 Nr. 2 JMStV-E erfasst als den Jugendschutzregelungen unterworfene Anbieter auch solche Personen, die (lediglich) den Zugang zur Nutzung fremder Telemedien vermitteln. Die Formulierung ließe sich in der Tat so verstehen, dass auch reine Access Provider für alle durch ihre Leitungen erreichbaren Inhalte jugendschutzrechtlich verantwortlich wären. Das dürfte indes viel zu weit gehen und auch kaum praktikabel sein.  Insofern bleibt die weitere Entwicklung abzuwarten.

Aus § 7 JMStV-E ergibt sich die Möglichkeit, auch reine Onlineangebote durch Einrichtungen der freiwilligen Selbstkontrolle überprüfen zu lassen und entsprechend zu kennzeichnen. Soweit nutzergenerierte Inhalte im Spiel sind, setzt eine solche Kennzeichnung voraus, dass der Anbieter durch geeignete Schutzmechanismen solche Inhalte herausfiltert und löscht, die für Kinder oder Jugendliche der entsprechenden Altersstufe nicht geeignet sind. Hierfür genügt auch die Einhaltung eines Verhaltskodex einer anerkannten Einrichtung der freiwilligen Selbstkontrolle. Die Kennzeichnung reiner Online-Inhalte soll nach § 7 Abs. 2 JMStV-E allerdings nicht verpflichtend sein. Dort heisst es lediglich, dass Angebote gekennzeichnet werden können.

Renoviert wird auch die Regelung zu den Jugendschutzprogrammen in § 11 JMStV. Der neue § 11 JMStV-E soll die Überschrift “Jugendschutzsysteme” tragen und neben erweiterten Vorgaben zu den alten Jugendschutzprogrammen nun auch die in der Rechtsprechung entwickelten Anforderungen an die so genannten Altersversifikationssystem kodifizieren.  Diese werden in § 11 Abs. 1 Nr. 2 und Abs. 4  JMStV-E nunmehr als “Zugangssysteme” bezeichnet, zudem differenziert § 11 Abs. 4 JMStV-E hinsichtlich der Anforderungen an diese Systeme danach, ob die angebotenen Inhalte unter § 4 oder nur unter § 5 JMStV fallen. Die klassischen Jugendschutzprogramme sollen künftig nicht nur von der KJM, sondern auch von Einrichtungen der freiwilligen Selbstkontrolle anerkannt werden können – allerdings kann die KJM solchen Anerkennungen widersprechen (§ 11 Abs. 3 JMStV-E) .

Update 25.01.2010: Mit 1&1 äußert sich jetzt auch ein großer Access Provider in seinem Unternehmensblog kritisch zu dem Entwurf.

Der südkoreanische Supreme Court hat entschieden, dass in MMOs erspielte Einheiten virtueller Währungen jedenfalls dann in reales Geld umgetauscht werden dürfen, wenn die Einnahmen nicht aus Glücksspielen stammen und nicht mithilfe von Bots oder Makros generiert werden.

Im Vordergrund der Entscheidung scheint jedoch ein Verstoß nicht gegen Nutzungsbedingungen sondern gegen ein strafbewehrtes staatliches Verbot des Handels mit virtueller Währung gegen Realwährung gestanden zu haben. In einem Bericht des englischsprachigen JoongAng Daily ist die Rede davon, dass zwei “Beschuldigte” von entsprechenden Vorwürfen “freigesprochen” worden seien.

Entgegen dem in einigen Meldungen erweckten Eindruck ist damit allerdings noch nichts darüber gesagt,  inwieweit Spieleanbieter den Handel mit virtuellen Gegenständen aus ihren Spielen in den Nutzungsbedingungen untersagen dürfen und wie ein entsprechendes Verbot gegebenenfalls durchgesetzt werden kann. Wie die Korea Times meldet, ist das Urteil in Industriekreisen auch positiv aufgenommen worden – es eröffne neue Marktchancen:

“The ruling has brightened the future of the Korean game market,” said Prof. Chung Hae-sang at Dankuk University. “So far, the industry’s growth has been interrupted by tough regulations.”