O lala: Ubisoft’s “Flirt Gewitter” löst Jugendschutzdiskussion der besonderen Art aus


8. März 2011 Hinterlasse einen Kommentar
Während sich in Deutschland die Jugendschutzdebatten regelmäßig an gewalttätigem Content entzünden, kann dies in UK und USA allenfalls ein müdes Lächeln auslösen. Dafür reagiert man dort umso empörter und bemüht den Jugendschutz, wenn ein Spiel Content mit irgendeinem Erotikbezug enthält.

Ubisoft veröffentlicht in Kürze das Partyspiel “We dare”. Ganz der Kinofilmtradition dämlicher Titelübersetzungen folgend heißt das Spiel in Deutschland “Flirt Gewitter”. Die Spieler können zwischen 40 “körperbezogenen” Minispielen wählen, die zum Flirten anregen sollen. Das Gameplay ist auf Bewegungssteuerung ausgelegt. Es wird mit der Wiimote und dem PlayStation Move-Controller gespielt.

Währed der Release des mit einem USK-12 Rating versehenen Spiels in Deutschland eher geräuschlos verläuft, ist in UK und USA eine Jugendschutzdebatte der besonderen Art um “We Dare” (PEGI-Rating 12+) entbrannt.

So berichten die englischen Zeitungen Daily Mail und Daily Telegraph von empörten Eltern und zitieren diese u.a. wie folgt:

I have a 13-year-old daughter and if I knew she was playing such a highly charged sexual game with boys, I would be appalled. It is encouraging under-age sex. The video pretty much shows them swapping partners, girl-on-girl kissing. That kind of thing is not something that young teenagers should be exposed to.

Angesichts so vieler Aufregung sah sich das PEGI Board veranlasst, das PEGI 12+-Rating wie folgt näher zu erläutern:

PEGI does not take into account the context of a game when rating it, we only look at the contents of the game. [We Dare] has been rated as a PEGI 12 because it contains mild swearing, minor assault on a human-like character and words/activities that amount to obvious sexual innuendo, explicit sexual descriptions or images and sexual posturing.(Quelle)

Besonders schön ist dabei die Erläuterung, warum an der PEGI 12-Einschätzung auch der Umstand nichts ändere, dass eines der Minispiele doch ein explizites “Stripping Game” sei:

This means that the game itself is in fact less sexual/offensive than the marketing campaign leads us to believe (for example, you cannot see real spanking in the game. There is a ‘stripping game’ but you don’t have to undress; throwing away keys or anything that reduces your weight is good enough).(Quelle)

Ja, Jugendschutz kann auch anderswo komisch sein…

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Konstantin Ewald

Konstantin Ewald

Partner at Osborne Clarke
Konstantin Ewald leitet die deutsche Interactive Entertainment Practice Group von Osborne Clarke. Er berät die Games-Branche seit 2001 in allen Rechtsfragen – on- und offline. Das Branchenmagazin JUVE schreibt über ihn: “führender Name im Games-Sektor”.

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