Urheberrecht

Osborne Clarke ist eine der führenden Kanzleien in der Beratung von Unternehmen und Kreativen im Urheberrecht.

Urheberrechtliche Fragen bilden einen der Kerne des „Spielerechts“. Sie begleiten Spiele vom Beginn der Entwicklung bis zum Ende der Verwertung durch Publisher und Händler. Sie bilden den Rahmen für die besonders innovativen digitalen Vertriebskonzepte der Gamesbranche und sind bei der Gestaltung aller Verträge im Zusammenhang mit der Entwicklung und Auswertung von Spielen zu berücksichtigen – vom Freelancer-Vertrag eines Grafikdesigners über den Entwicklungs- und Publishingvertrag hin zu den AGB eines Onlinespiels.

Das aktuelle deutsche Urheberrecht wird maßgeblich durch eine Reihe von EU-Richtlinien geprägt, insbesondere die sogenannte Infosoc-Richtlinie, die das traditionelle Urheberrecht an die Gegebenheiten der Informationsgesellschaft anpasst, und die Computerrichtlinie, die ein besonderes Urheberrecht für Software schafft.

Besonderes Urheberrecht für Spiele

Computerspiele bilden als Schutzgegenstand des Urheberrechts einen Sonderfall, weil sie hybride Produkte sind, die neben einem großen Softwareanteil auch audiovisuelle Komponenten aufweisen, die wie Filmwerke nach dem traditionellen Urheberrecht geschützt werden. Da man beides nicht trennen kann, stellen sich dort wo traditionelles Urheberrecht und Softwareurheberrecht voneinander abweichen in Bezug auf Spiele oft komplizierte Fragen. Das gilt beispielsweise für die „UsedSoft“-Rechtsprechung des EuGH und BGH zum Handel mit Gebrauchtsoftware, aber auch für technische Schutzmaßnahmen für Konsolenspiele, die die Gerichte immer wieder beschäftigen.

Rechteeinräumung

Erheblichen Gestaltungsspielraum haben die Parteien bei der Verhandlung von Lizenz-, Entwicklungs- und Publishingverträgen. Dieser muss aber sinnvoll genutzt werden – es muss in der Rechteklausel Klarheit herrschen, wer welche Rechte für wie lange, für welche Verwertungsarten und welche Zwecke bekommt, und was er dafür jeweils bezahlt. Fehlen für die Auswertung eines Spiels benötigte Rechte, drohen Abmahnungen und einstweilige Verfügungen, die den Geschäftsbetrieb sofort stoppen können und massive Kosten auslösen. Wenn Rechteeinräumungen nicht sauber und klar dokumentiert sind, werden auch potentielle Investoren von Vorne herein auf Abstand gehen.

Urheberrecht auf Onlineplattformen

Urheberrechtlich geschützt sind aber auch schon sehr einfache Kreationen – in der Sprache des Urheberrechts die „kleine Münze“ der persönlichen geistigen Schöpfung. Daher dürfen auch scheinbar banale Fotos oder Texte etwa von den Internetseiten eines Wettbewerbers nicht einfach übernommen werden. Hier drohen sonst ebenfalls teure Abmahnungen.

Unsere Meldungen und Analysen zu Problemen und Entscheidungen im Urheberrecht sollen Entwicklern, Publishern, Händlern und Betreibern von Onlinediensten als erste Orientierung zu Rechteeinräumung und Rechtsverletzungen, Lizenzverträgen und Entwicklungsverträgen dienen. Sie können aber die individuelle Prüfung durch einen Rechtsanwalt nicht ersetzen. Wir sind als Kanzlei auf die Beratung von Unternehmen im Urheberrecht spezialisiert – sprechen Sie uns gerne an!

Unsere Leistungen im Urheberrecht

Zu unseren Leistungen im Urheberrecht gehören insbesondere:

  • Erstellen von Lizenzverträgen und Entwicklungsverträgen
  • Erstellen von Softwarevertriebsverträgen und Publishingverträgen
  • Urheberrechtliche Bewertung von Geschäftsmodellen
  • Durchsetzen von urheberrechtlichen Ansprüchen
  • Verteidigung gegen urheberrechtliche Ansprüche im Unternehmensverkehr
 

Ganz kurz: Der US Supreme Court und das lustige Ballerspiel

26. August 2013
Über die Entscheidung des US-amerikanischen Supreme Court zu geplanten Verkaufsbeschränkungen für gewalthaltige Computerspiele hatten wir in einiger Ausführlichkeit berichtet. Weiterlesen

Kurz gemeldet: Haus in Alberta zu verkaufen, VB 6.100 … Bitcoins.

26. März 2013
Meanwhile in Canada: Ein Unternehmer aus Alberta möchte sein Bungalow mit Bergblick verkaufen, aber nicht für harte Dollars. Stattdessen möchte er mit der Onlinewährung Bitcoins bezahlt werden. Dabei handelt es sich um eine virtuelle Währung, die in zunehmendem Maße auch für Transaktionen in der realen Welt eingesetzt werden kann – etwa bei Onlineshops und Pizzadiensten.
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Steuern kommt von steuern – US-Politikerin fordert Sondersteuer auf Computerspiele

11. Februar 2013 1 Kommentar
Offenkundig unter dem Eindruck des jüngsten Amoklaufs an der US-Ostküste regen sich wieder gesetzgeberische Bestrebungen gegen als gewaltfördernd wahrgenommene Computerspiele. Nachdem eine dem deutschen Jugendschutzsystem nicht unähnliche Regulierung in Kalifornien zuletzt wegen eines Verstoßes gegen die Meinungsfreiheit (den ersten Verfassungszusatz) Schiffbruch erlitten hatte, soll es nun ein anderes Instrument richten.
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Fundstück der Woche: Terms of Service; Didn’t Read

17. August 2012
„Ich habe die Nutzungsbedingungen gelesen und bin mit ihnen einverstanden.“ Die im Juni gegründete Initiative ToS;dr (für “Terms of Service; Didn’t Read”) hält diesen Satz für die größte Lüge des Internets – und hat sich zum Ziel gesetzt, etwas daran zu ändern. Ihre Mitglieder werten dazu die AGB bekannter (Internet-)Dienstleister aus, schlüsseln sie in nutzerfreundliche und -feindliche Einzelbestimmungen auf und vergeben am Ende eine Gesamtnote zwischen A (very fair) und E (very serious concerns).
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BGH: Gewerbliches Ausmaß der Rechtsverletzung für urheberrechtlichen Auskunftsanspruch gegen Provider nicht erforderlich

10. August 2012 1 Kommentar
Kurz gemeldet: Der Bundesgerichtshof hat mit einem erst heute bekannt gewordenen Beschluss vom 19. April 2012 (Az. I ZB 80/11 – “Alles kann besser werden”) entschieden, dass der urheberrechtliche Auskunftsanspruch gegen Internetprovider gemäß § 101 Abs. 2, Abs. 9 UrhG nicht voraussetzt, dass der jeweilige Nutzer eine Rechtsverletzung in gewerbsmäßigem Umfang begangen hat.
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BGH: Rapidshare haftet als Störer für Nutzer und externe Linklisten

17. Juli 2012
Rapidshare haftet grundsätzlich als Störer für Urheberrechtsverletzungen, wenn externe Linklisten auf geschützte Werke verweisen, die Rapidshare-Nutzer hochgeladen haben. Rapidshare muss jedenfalls in gewissem Umfang bekannte einschlägige Linklisten überwachen und die dort verlinkten urheberrechtswidrig zugänglich gemachten Dateien dann auf seinen Servern löschen. Das hat der Bundesgerichtshof am vergangenenen Freitag entschieden (BGH, Urteil vom 12. Juli 2012, Az.: I ZR 18/11, Pressemitteilung).
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EuGH zu gebrauchten Softwarelizenzen: Ja, die Online-Erschöpfung kommt. (Volltext)

3. Juli 2012
Es ist schon ein Paukenschlag: Der EuGH hat heute in der Sache Oracle ./. UsedSoft sein Urteil zu den gebrauchten Softwarelizenzen verkündet (Urteil vom 3. Juli 2012, Az.: C-128/11) und hat dabei eine Online-Erschöpfung sogar in noch größerem Rahmen angenommen, als Generalanwalt Yves Bot in seinen Schlussanträgen dargelegt hatte. Geleitet wurde das Gericht dabei anscheinend von der praktischen Zielvorstellung, dass die digitale Distribution von Software nicht anders behandelt werden sollte als der physische Vertrieb.
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EuGH zu gebrauchten Softwarelizenzen: Kommt die Online-Erschöpfung?

30. April 2012
Um den Handel mit gebrauchten Softwarelizenzen wird vor deutschen Gerichten seit Jahren gestritten. Unternehmen wie die mittlerweile insolvente UsedSoft haben in der Vergangenheit versucht, überzählige oder nicht mehr benötigte Softwarelizenzen “gebraucht” zu verkaufen und sich dabei auf den urheberrechtlichen Erschöpfungsgrundsatz berufen. Nach diesem international anerkannten Grundsatz, der im deutschen Urheberrecht in § 17 Abs. 2 UrhG und - zurückgehend auf Artikel 4 Abs. 2 der Richtlinie 2009/24/EG über den Rechtsschutz von Computerprogrammen – speziell für Software in § 69c Nr. 3 S. 2 UrhG geregelt ist, kann der Rechteinhaber den Handel mit einer konkreten Kopie seines Werkes nicht verbieten, wenn er sie einmal in den Verkehr gebracht hat. Ein Taschenbuch darf also beliebig gebraucht weiterverkauft werden, ohne dass der Urheber (bzw. Rechteinhaber) dabei mitzureden hätte – das Verbreitungsrecht hat sich erschöpft.
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OLG Hamburg: Störerhaftung von Rapidshare (erst) aufgrund von Linklisten

16. März 2012
Wieder einmal hat das OLG Hamburg zur Haftung von Rapidshare entschieden (Urteil vom 14.03.2012, Az.: 5 U 87/09), und ist – im Ergebnis wenig überraschend – abermals zum Ergebnis gekommen, dass Rapidshare als Störer für die urheberrechtswidrige Zugänglichmachung geschützter Werke haftet (Hintergründe zur Störerhaftung auch in unserer Rubrik Case Law).
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