Urteil: Online-Bundesligamanagerspiel “Super Manager” ist verbotenes öffentliches Glücksspiel


5. Mai 2010 Hinterlasse einen Kommentar
Das von der Online-Plattform einer bekannten deutschen BildBoulevardzeitung veranstaltete Online-Bundesligamanagerspiel “Super Manager” stellt nach Ansicht des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs ein öffentliches Glücksspiel dar und darf daher verboten werden.

Bei dem parallel zur laufenden Saison der Fußballbundesliga stattfindenden Bundesligamanagerspiel werden mehrere Preise, darunter der Hauptgewinn von 100.000 Euro ausgelobt. Der Spieleinsatz beträgt 7,99 €. Jeder Teilnehmer muss aus den Spielern der 1. Fußball-Bundesliga ein Team zusammenstellen, für das an jedem Bundesliga-Spieltag Punkte vergeben werden. Die vom Teilnehmer aufgestellten Spieler werden  nach bestimmten Wertungskriterien von einer Jury bewertet. Zusätzliche Punkte erhalten die Spieler nach bestimmten besonderen Eignissen (z.B. erzielte Tore, Gegentore, gewonnene Zweikämpfe, rote oder gelbe Karten). Den Hauptpreises von 100.000 Euro gewinnt, wer am Ende der Saison mit seinem Team die meisten Punkte erzielt hat.

Im September 2009 untersagte Bayern das Spiel. Hiergegen wurde Klage erhoben. Die jetzt bekannt gewordene Entscheidung erging in dem parallel angestrengten einstweiligen Rechtsschutzverfahren. Ursprünglich hatte das VG Ansbach den Antrag auf vorläufigen Rechtsschutz abgelehnt. Mit seiner Entscheidung (Az.: 10 CS 43/10) vom 13.4.2010 bestätigte der Bayerische Verwaltungsgerichtshof diese Entscheidung.

Aus Sicht der Bayerischen Verwaltungsrichter erfüllt “Super-Manager” die Merkmale eines verbotenen öffentlichen Glücksspiels im Sinne des Glücksspielstaatsvertrags. Für das Mitspielen werde ein Entgelt verlangt, mit dem eine Gewinnchance erworben werde. Die Geschicklichkeit des Teilnehmers bei der Zusammenstellung und Aufstellung seines Teams habe nur wenig Einfluss auf die Gewinnmöglichkeit. Das Zufallsmoment überwiege bei weitem. Vergleichbar mit dem Glückspiel TOTO sei der weitere Verlauf des Managerspiels abhängig von künftigen Ereignissen an dem jeweiligen Bundesliga-Spieltag. Weder die Ereignisse noch die spätere Jury- Bewertung könnten vorher annähernd sicher eingeschätzt werden.

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Konstantin Ewald

Konstantin Ewald

Partner at Osborne Clarke
Konstantin Ewald leitet die deutsche Interactive Entertainment Practice Group von Osborne Clarke. Er berät die Games-Branche seit 2001 in allen Rechtsfragen – on- und offline. Das Branchenmagazin JUVE schreibt über ihn: “führender Name im Games-Sektor”.

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